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Scanner/Vielbegabung? Wenn EINE Leidenschaft nicht genug ist

Mach dein Ding.. aber wie?

Das habe ich mich früher, als ich angefangen habe, mich mit Persönlichkeitsentwicklung und dem ganzen Thema „Leidenschaft zum Beruf machen“ bzw. einfach einen Beruf zu finden, der nicht komplett nervt, sehr oft gefragt.

Wie soll ich bitte DIE EINE Leidenschaft finden, die mich das ganze Leben lang glücklich macht?

Nachdem wir geklärt haben, warum du deiner Leidenschaft unbedingt nachgehen solltest und wie du herausfinden kannst, was deine Leidenschaft ist, beschäftigen wir uns heute mit einem Thema, das mir ganz besonders wichtig ist. Der Grund, warum ich sehr lange verzweifelt war und absolut nicht wusste, was ich langfristig aus meinem Leben machen soll.

 

Das Problem

Ich habe viele Interessen. Aber nicht nur so am Rande, nein, WENN ich Feuer gefangen habe, dann nehme ich das Thema komplett auseinander! Ich verschlinge alles, was ich dazu finden kann und komme innerhalb von ein paar Tagen zu einem Wissen, für das Andere möglicherweise Jahre brauchen. Aber das ist noch nicht das eigentliche Problem. Denn ein extremes Interesse und hohe Lernfähigkeit sind ja tolle Sachen!

Das Problem dabei ist, dass ich mich einfach nicht langfristig an ein Thema binden kann. Denn wenn ich ein mal an dem Punkt bin, wo es keinen großen neuen Input mehr gibt, wird das Thema einfach komplett uninteressant. So uninteressant, dass es für mich eine Strafe wäre, mich weiterhin damit befassen zu müssen. Schließlich weiß ich jetzt (so gut wie) alles darüber. Die Luft ist raus. Ein neues, interessantes Thema steht schon in den Startlöchern.

Und das ist tatsächlich ein Problem.

 

Scanner

Vielleicht geht es dir auch so

Ich habe festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit viel kleiner ist, als angenommen wird. Dass es tatsächlich sehr viele Menschen gibt, denen es so geht.

Wenn du dich jetzt in dem Problem, zumindest ein Stück weit, erkennst, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch du ein sogenannter Scanner bist. Andere Worte dafür wären Vielbegabung oder auch Multipotential. Diese Wörter habe ich mir nicht ausgedacht. Für mich war die Feststellung, dass es für mein „seltsames“ Verhalten überhaupt einen Namen gibt, ein absolutes Aha-Erlebnis!

 

Vielleicht hast du auch schon in den 20 Fakten über mich gelesen, das ich mich als vielbegabt bezeichnen würde. Ich möchte dabei betonen, dass die sogenannte Vielbegabung nicht das Gleiche ist, wie Hochbegabung.

Ich kanns dir sagen, ich habe eine absolute Schwäche, was Zahlen angeht. Ich kann Null Kopfrechnen. Logik-Aufgaben liebe ich wiederum. Ja, ich bin die Eine, die gerne Textaufgaben löst. Mit dem Taschenrechner… Und die Eine, die es geschafft hat sowohl Sitzen zu bleiben, als auch mit 1,0 abzuschließen.

 

Der falsche Eindruck

In einem Podcast von Matthew Mockridge äußert sich Markus Cerenak sehr kritisch über „diesen ganz eigenwilligen Multipotential und Scanner Trend, der da momentan um sich greift“. Er sieht die Annahme (denn es gibt dafür keinerlei Tests) ein Scanner zu sein, als Ausrede dafür, dass man Nichts ordentlich macht. (Hier geht es zu der Podcast Folge)

Das will ich so nicht stehen lassen. Es mag sein, dass es eine super Ausrede abgeben würde, um einfach nicht weiter zu kommen. Aber warum sollte ich mir selbst so im Weg stehen?

Es ist nicht jeder ein Scanner, der kein Bock mehr auf das Ding hat, das er eigentlich fertig machen wollte. Es ist viel mehr so, dass ein Scanner die Dinge nur sehr viel schneller fertig macht.
Man spricht nicht umsonst von einer Vielbegabung. Ein Scanner hat einfach permanenten Wissensdurst. Man sagt Scanner, weil diese Menschen ein Thema wirklich rasend schnell komplett durch scannen.

 

Das läuft dann meist folgendermaßen ab:

  • Du entdeckst ein Thema, das dich interessiert.
  • Du fängst an dich damit zu beschäftigen, ließt einen Artikel darüber oder siehst ein Video..
  • Dann entflammt eine extreme Leidenschaft, wenn man so will:
  • In den folgenden Tagen (Wochen, Monaten, Jahren.. je nach „Masse“ des Themas) verbringst du nahezu deine gesamte Freizeit damit, einfach ALLES, was es zu diesem Thema zu wissen gibt, aufzusaugen.
  • Du konsumierst alle Informationen dazu, die du kriegen kannst.
  • Du brennst vollkommen für dieses Ding. DAS ist DEIN Ding!
  • Du willst es umsetzen und kaufst das entsprechende Zubehör.
  • Du hast ein neues Hobby und wirst innerhalb kürzester Zeit verdammt gut. So richtig! Du denkst, dass du für genau das Ding geboren wurdest!

Aber irgendwann kommt der Punkt. Der Wendepunkt, an dem du einfach das Thema komplett ausgeschöpft hast. Du weißt jetzt (nahezu) alles, was es zu wissen gibt. Du kannst das machen. Du könntest jetzt anderen perfekt erklären wie das genau geht. In allen Einzelheiten.

Das Problem ist: Es fordert dich nicht mehr. Es ist einfach komplett auseinander genommen. Es ist keine Herausforderung mehr.

 

Aber genau diese Herausforderung, das unbekannte Wissen.. DAS war es, wofür du gebrannt hast. Jetzt hast du es gelernt. Von vorne bis hinten und vielleicht wieder zurück.

Nun setzt die Kehrseite ein: Du kannst dich einfach unmöglich weiterhin damit beschäftigen. Das wäre wie ein Puzzle für Kleinkinder. Als würdest du einem Meister sein Handwerk noch mal erklären wollen. Wobei „Meister“ dabei etwas hoch gegriffen ist, das gebe ich gerne zu.

 

Ich möchte gerne zugestehen, dass man nach einigen Wochen sicher nicht ALLES weiß. Aber eben die 90%, die du brauchst um zu diesem Thema etwa einen Kurs zu leiten. Man kann natürlich nicht auf langjährige Erfahrung zurück blicken. Aber man hat sich bereits ausprobiert, eventuell ein größeres Projekt in Eigenregie umgesetzt und von allen Meistern auf diesem Gebiet so ziemlich alles konsumiert, was diese preisgegeben haben.

Die meisten Scanner wählen übrigens nicht den Einstieg für Anfänger bei der Umsetzung ihres neuen Themas. Nein, sie gehen den Profi-Weg und wollen gleich eine richtige Herausforderung. Sie kaufen sich nicht das günstige Einsteigermodell, sie kaufen sich die besten Einzelteile und Werkzeuge und bauen selbst zusammen. Zumindest, wenn das finanziell möglich ist.

 

Vielbegabt

Das zeichnet einen Scanner aus:

  • Unaufhaltsamer Wissensdurst
  • Extrem gute und schnelle Auffassungsgabe
  • Absolute, brennende Leidenschaft für das aktuelle Thema
  • Sehr hoher Konsum von allen Medien, die das gefragte Wissen hergeben
  • Sehr schnelle Umsetzung von gelernten Inhalten
  • „Learning by Doing“
  • Naturtalent für das Vereinfachen von komplexen Abläufen und Finden von Abkürzungen
  • Sie sind sehr gute Beobachter und Zuhörer

 

So läuft eine Phase ab

  1. ungewöhnlich hohe Lernbereitschaft bei neuen Themen („dafür brennen“)
  2. sehr schnelle Aufnahme und Verarbeitung aller zur Verfügung stehenden Informationen („scannen“)
  3. eventuell gekonnte Optimierung von thematischen Abläufen und Zusammenhängen (Die gewonnenen Kenntnisse werden reflektiert, ausprobiert und perfektioniert)
  4. schneller „Abschluss“ des Themas, weil es nichts Nennenswertes mehr zu lernen gibt (Die „Flamme“ erlischt komplett)
  5. möglicherweise erneutes Entflammen einer bereits „abgearbeiteten“ Leidenschaft (Später. Vielleicht.)

 

Ich möchte noch mal betonen: Das ist MEIN persönlicher Eindruck. Es gibt keine feste Definition dazu. Wahrscheinlich kann ich da auch nicht für alle Vielbegabten/Scanner sprechen, denn schließlich sind „Begabungen“ und Eigenschaften so verschieden, wie die Menschen selbst. Das sind einfach die Phasen, die ich immer und immer wieder durchlaufe, aber das kann bei dir natürlich anders sein.

 

Leidenschaft finden

Die 3 Typen der Leidenschaften

Typ 1: Das EINE Ding.

Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang nur für ein einziges Hobby brennen.
In meinem Kopf habe ich dabei das Bild von Tom. Tom verbringt seit 20 Jahren jede freie Minute im Keller, um seine Modelleisenbahn zu pflegen. Nichts Anderes interessiert ihn so sehr, wie Modellbau und alles was mit Zügen zu tun hat.

Wenn du dieses EINE Hobby hast: Cool! Dann stellt sich die Frage nach der Leidenschaft gar nicht. Dann könntest du im besten Fall einen Beruf um diese Leidenschaft herum bauen, der sie dir nicht madig macht.

Tom könnte zum Beispiel

  • selbst Miniaturmodelle in Handarbeit herstellen und sie verkaufen
  • einen exklusiven Onlineclub gründen, in dem Insidertipps ausgetauscht werden und in dem er sein Wissen weiter gibt.

 

Typ 2: Mehrere langfristige Leidenschaften

Es gibt viele Menschen, die mehrere Leidenschaften gleichzeitig haben und sich langfristig an ihnen erfreuen können.

Katja könnte zum Beispiel sowohl ihr Monatseinkommen in einen Kaffeeautomaten investieren, weil sie absoluter Feinschmecker ist, was Kaffee angeht und sich stundenlang über die Vorzüge ihrer Lieblingsbohnen austauschen und gleichzeitig gerne häkeln und mit perfekt ausgearbeitetem Trainingsplan ins Fitness Studio marschieren.

In diesem Beispiel hat Katja 3 Leidenschaften (das können natürlich auch mehr als 3 sein).
Wenn sie ihre Leidenschaften zum Beruf machen will, könnte sie sich entweder nur eine aussuchen oder aber zwei Stück gekonnt verbinden und voll in die „Nische“ gehen.

Beispiele für Katja

  • Der perfekte Kaffee für Fitness Freaks, gesund UND lecker! / Ein alternativer Proteinshake mit Kaffee Geschmack
  • Blog über Häkelanleitungen für Sportkleidung und Hüllen für Sportgeräte oder -Polster und ein entsprechendes Coaching

 

Typ 3: Die wechselhaften Multitalente

Und dann gibt es noch eine Gruppe von Menschen, die sehr viele Leidenschaften haben, aber nicht für immer oder nicht ständig. Hier ist die Frage nach der Leidenschaft besonders groß, denn wie soll ich mich auf eine einzige Leidenschaft festlegen, wenn ich genau weiß, dass ich diese nur so lange interessant finde, bis ich alles darüber weiß?

Tatsächlich ist das aber gar kein Problem, denn es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, dieses Talent richtig einzusetzen!

Wie du trotz ständig wechselnder Interessen dein Ding machen kannst

  • Eine Möglichkeit wäre, eine große Leidenschaft zu nehmen und sie nur für einen gewissen Zeitraum zu einem Beruf zu machen. Ich war zum Beispiel 4 Jahre lang Tierpfleger und habe das gesamte Wissen in diesem Bereich förmlich aufgesogen. Ich wollte einfach alles wissen! Und jetzt, wo ich (fast) alles darüber weiß, will ich mich anderen Dingen zuwenden.
  • Eine Zweite Möglichkeit ist es, etwas zu finden, was dich, außerhalb dieser befristeten Leidenschaften, langfristig interessiert. Bei mir sind das zum Beispiel Persönlichkeitsentwicklung und das Schreiben. Das sind einfach Themen, bzw. Tätigkeiten, die man nicht so einfach ausschöpfen kann. Und zusätzlich lassen sie sich immer weiter ausbauen. Ich kann, hier auf Mind Hack, zum Beispiel mit Design experimentieren und so dem Schreiben immer wieder eine neue Komponente verleihen.

 

Wenn du nicht total auf ein einziges Thema spezialisiert bist, ist das nicht unbedingt ein Nachteil.

Du kannst auf ein sehr breit gefächertes, sehr tiefes Wissen in vielen Bereichen zugreifen, das dir ganz andere Möglichkeiten eröffnet.

Du hast größere Chancen, deine Zielgruppe zu kennen, denn vielleicht warst du mal genau in ihren Schuhen und hast dein Thema von verschiedenen Seiten erlebt.

Du kannst alle möglichen Themen mit deinem aktuellen Ding kombinieren, ohne vorher große Forschungen anzustellen.

Selbst die größten Spezialisten haben Aufgaben in ihrem Thema, die sie lieber an Andere delegieren.

 

Wenn du auch von Leidenschaft zu Leidenschaft springst, dann kommen für dich vor allem flexible, komplexe Themen oder zeitlich begrenzte Jobs in Frage. Oder Aufgaben, die man nach und nach ausbauen und somit verändern kann.

Du könntest dir ein Hobby aussuchen, das du schon seit vielen Jahren betreibst, etwas das eher eine Eigenschaft ist, wie Sportlichkeit, Einfühlungsvermögen, künstlerisches Talent oder deine Gedanken aufschreiben zu wollen…

Aus einer dieser Eigenschaften kannst du dann einen Beruf entwerfen, der es dir erlaubt mit deinen anderen Interessen flexibler zu sein.

So kannst du zum Beispiel Ratgeber zu deinen momentanen Leidenschaften schreiben oder als Trainer oder Coach arbeiten und deine Spezialisierung nach einigen Jahren mal ändern, wenn du merkst, dass die Luft raus ist.

Du könntest etwas entwickeln oder designen, das es erlaubt, deine momentane Leidenschaft besser auszuüben.

Wichtig ist nur, dass du dich nicht in Projekte stürzt, die dich für viele Jahre fest binden und wenn du merkst, dass dich die Leidenschaft verlässt, weil das Thema für dich abgegrast ist, dann solltest du zusehen, dass auch dein Projekt zu einem Ende kommt oder so weit entwickelt ist, dass du die weitere Arbeit auslagern kannst.

 

The One Thing

Noch einige Tipps für Scanner

  • Suche nach grundsätzlichen Eigenschaften, die sich nicht ändern und eventuell zu einem Job ausbauen lassen.
  • Du kannst auch einfach nur einer besonderen Leidenschaft dauerhaft nachgehen und die anderen nebenbei pflegen.
  • Wenn wir neue Projekte angehen, wollen wir immer gleich Alles auf einmal. Wir können nicht anders, das liegt in unserer Natur. Langsam anfangen und Eins nach dem Anderen ist da manchmal einfach extrem unbefriedigend.

Dazu möchte ich dir zwei Tipps geben: 

1. Versuche die Aufgaben sinnvoll einzuteilen um dich nicht am Anfang gleich zu überfordern.

2. Höre nicht auf den Rat, alles super langsam anzugehen. (Vermutlich machst du das sowieso nicht 😉 ) Denn dann besteht die Gefahr, dass das Thema so anspruchslos für dich wird, dass du das Interesse komplett verlierst.

Wir ziehen die Motivation aus der Herausforderung.

Die Kunst liegt darin, diesen „Drive“ zu nutzen, ohne dabei auszubrennen.

 

Multipotential

Fazit

Man kann Scannern den Vorwurf machen, niemals echte Meister zu werden. Aber sie werden dafür immer wieder Experten auf den verschiedensten Gebieten.

Hinzu kommt ein enormer (Fach-)Wissens- und Erfahrungsschatz auf sehr unterschiedlichen Gebieten. Und dieses Wissen lässt sich häufig auch in anderen Gebieten gut gebrauchen.

 

Egal ob du dich langfristig auf ein Thema festlegen kannst, oder nicht: Nutze dieses Talent! Wenn du ein Typ bist, der langfristig für ein einziges Thema brennen kann, dann spezialisiere dich und werde ein Meister auf deinem Gebiet!

Und wenn du eher zu den Scannern gehörst, dann nutze auch das! Du bist nicht schlechter oder besser, du hast nur eine andere Art mit Wissen und Erfahrungen umzugehen. Auch das kann extrem produktiv und erfolgreich eingesetzt werden!

 

Wenn du ein Scanner bist, dann lass dich von Herausforderungen motivieren und versuche damit in Richtung deiner Ziele zu gehen.

Nutze das Feuer, das bei neuen Interessen entfacht! Es ist eine sehr starke Kraft, die dich nach Vorne bringt!

Zu welchem Typ würdest du dich zählen? Hast du auch immer wieder neue Leidenschaften oder bist du eher der Spezialist?

 

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10 comments

  1. Robert says:

    Hey Ronja,

    ich kenne das mit dem Scannen. Bei mir war es auch schon immer so, dass ich ziemliche viele Interessen hatte und nichts hatte, wo ich immer „so richtig gut“ bin.

    Ich persönlich finde es auch von Vorteil so viele Sachen wie möglich zu lernen / zu können.
    In Zeiten wo Outsourcing und 80/20 Prinzip ziemlich gehyped werden, darf man nicht vergessen, dass es anfangs einfach besser ist, möglichst vielen Interessen und Leidenschaften auszuprobieren.
    Man muss sich einfach mal ausprobieren, um sagen zu können, worin die eigenen Stärken und Interessen liegen.

    Aber dennoch gibt es einen Punkt, wo ich den „Kritikern“ zustimmen muss: Erst wenn man eine Sache langfristig macht, dann man ein Meister darin werden.

    Mittlerweile habe ich mich auf einen Mittelweg geeinigt: Ich habe mich für ein Projekt commited, dass ich dauerhaft und regelmäßig verfolge (meinen Blog). Den Rest vom Tag nutze ich, um meinem Scanner Trieb zu folgen.

    Liebe Grüße,
    Robert

    • Ronja
      Ronja says:

      Hey Robert,

      ich denke, dass es oft eher so ist, dass man sehr schnell nicht mehr gefordert wird und dadurch die Luft raus ist. Zumindest geht es mir oft so, dass mich Themen schnell langweilen.

      Natürlich hast du absolut recht, man wird nur ein wirklicher Meister, wenn man etwas länger ausübt und auch viele verschiedene Situationen damit gemeistert hat. Ich habe vor Kurzem mal kurz gepeilt, wie viele Stunden ich zum Beispiel in den Tierpfleger Job (und die Ausbildung) investiert habe, das waren in den 4 Jahren schon ca. 8.000 Stunden, wenn man das pure Lernen und die Pflege (+ Behandlung der Krankheiten etc.) der eigenen Tiere zuhause mitrechnet, dann komme ich mit Sicherheit auf weit über 10.000 Stunden, die ja als Wert für „echte Meister“ gelten. Das heißt, ich konnte auch in nur 4 Jahren intensiver Beschäftigung mit diesem Thema, zumindest wenn man es auf diesen Wert herunter bricht, zum „Meister“ werden. Ich will sagen: Das ist durchaus auch in kürzerer Zeit machbar.

      Es geht mir ja auch grade darum, genau die Dinge zu finden, die dich langfristig begeistern können und auf denen man gut aufbauen kann. 🙂

      Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Blog! Ich mache ja grade das Gleiche! 🙂

      Liebe Grüße,
      Ronja

  2. Hallo Ronja,
    ein toller Beitrag, der mir schon beim ersten Lesen am Erscheinungstag aus der Seele gesprochen hat. Endlich bin ich dazu gekommen, ihn noch ein zweites Mal zu lesen. Mir gefällt, wie Du es schaffst, die Scanner-Basis-Typen heraus zu arbeiten. Ich wehre mich ja auch permanent gegen den Trend, dass nur ein Spezialist professionelle Arbeit abliefern können soll. Dabei stünde vielen Schmalspur-Experten wenigstens etwas mehr Allgemeinwissen gut zu Gesicht. Aber offenbar ist „the One Thing“ momentan genau so Trend wie der nicht aussterbende Versuch, alle Welt zu Frühaufstehern umerziehen zu wollen. Hast Du mal untersucht, ob es unter den Scannern besonders viele Eulen gibt? Ich würde es fast vermuten.

    Ich bin übrigens ein Mischtyp (wie könnte es anders sein? 😉 ) aus Typ 2 und 3 und fühle mich sehr wohl dabei.

    Kennst Du eigentlich das geniale Buch von Michael J. Gelb, How to think like Leonardo da Vinci? Das müsste doch etwas für Dich sein!

    In diesem Sinne

    geniale Grüße
    Birgit

    • Ronja
      Ronja says:

      Hey Birgit,

      ich freue mich riesig über dein Feedback! 🙂
      Die Idee mit den Eulen unter den Scannern ist sehr interessant! Ich muss sagen, mir fällt es auch sehr schwer zum Frühaufsteher zu werden, vor allem im Winter, aber das liegt eben daran, dass ich abends meist in meinem „kreativen Hoch“ bin und mir morgens die administrativen Aufgaben leichter fallen. Somit komme ich oft viel später ins Bett, als ich eigentlich sollte.

      Bei mir ist es auch so, dass ich manche Dinge langfristig super finde, das sind dann eher Eigenschaften, aber auch viele Dinge nur kurzfristig genug Anreiz bieten, um mich damit eingehend zu beschäftigen.

      Das Buch kenne ich noch nicht, da muss ich unbedingt mal nach suchen!
      Vielen Dank für die Ideen! 🙂

      Liebe Grüße,
      Ronja

  3. Susanne says:

    Omg, Ronja, möchtest Du meine Freundin sein? <3
    Ich wusste bis eben nicht, dass es eine Bezeichnung für diesen Tick, Fetisch oder was auch immer gibt. Krass. Mit diesem Blogpost hast Du 100% meinen Nerv getroffen. Ich weiß so viele Sachen in so verschiedenen Bereichen. Ich renne durchs Leben und Lese, Höre und informiere mich ständig und bin immer dabei, was neues, besseres zu lernen. Im Moment fröne ich gleichzeitig der Texterei als Beruf, baue mir ein Online-Business auf (vom Feuer fangen bis zum eigenen Online-Kurs in 3 Monaten) und weil mich das schon wieder langweilt mache ich gerade noch mein Pinterest-Business (weil ich ALLES darüber weiß) und biete Beratung an. In meiner Freizeit lerne ich alles über Gesundheit, Fitness und Ernährung und eigentlich brauche ich nur jemanden, der mich für meine ganzen geilen Ideen, die ich dauernd habe, bezahlt 😀
    Ich komme jetzt jedenfalls öfter vorbei 😊

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Ronja
      Ronja says:

      Hey Susanne,

      na klar! 🙂

      Weißt du was? Ganz genau so ging es mir auch, als ich zum ersten mal darüber gelesen habe! Es war wie ein riesiges Aha-Erlebnis: Das Kind hat also einen Namen! Das ist gar nicht so seltsam und selten wie ich dachte! Und es hat absolut nichts mit fehlender Disziplin zu tun, ich finde sogar im Gegenteil: Viele Vielbegabten fangen zwar immer wieder neue Dinge an und schließen auch nicht jedes Projekt bis zum Ende ab, aber sie haben oft ein sehr hohes Maß an Interesse und lernen extrem schnell sehr viel über ihr neues Gebiet!

      Genau, ich bräuchte auch mal einen Sponsor, der immer grade genau das braucht, was ich exzessiv lerne 😀

      Pinterest Business klingt EXTREM interessant! Darüber möchte ich gerne mehr lernen!

      Ich freue mich drauf, dich wieder zu lesen!
      Liebe Grüße,
      Ronja

  4. kathrin says:

    Hallo Ronja,
    Ich bin gerade erst auf deinem Blog gelandet, werde aber hoffentlich bald mal wieder vorbei schauen. Sehr angenehm zu lesen.
    Ich wollte auch noch ein bzw. mehrere Bücher zum Thema empfehlen: Barbara Sher ist eine tolle Autorin dazu. Je nach Scannertyp (ich glaube es gab 12) gibt es auch Berufsbeispiele. Mir hat das sehr weitergeholfen… vielleicht ja auch jemandem von euch.
    Liebe Grüße
    Kathrin

    • Ronja
      Ronja says:

      Hey Kathrin,

      vielen Dank!

      Von Barbara Sher habe ich tatsächlich auch schon 2 Bücher gehört! „Du musst dich nicht entscheiden…“ habe ich auch hier kurz beschrieben und verlinkt!

      Liebe Grüße,
      Ronja

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